Die "Luft"ballonaktion der AG "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" 

- von Erik und Stefanie -

 

Bereits in unserem letzten Interview hatte Herr Klan angekündigt, dass eine große Aktion in Planung war.

Am 05.07.2018 war es dann soweit. Der Sozialkurs "Schule ohne Rassismus, Schule mit Corage" hatte eine Luftballonaktion

 organisiert, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen soll. 

In der letzten Stunde dieses Donnerstages gingen alle Schülerinnen und Schüler der Goethe-Realschule mit 

einem Ballon, der mit Helium gefüllt war, auf den Schulhof.

Das Befüllen der ca. 400 Ballons wurde vorher von den Schülerinnen und Schülern des Sozialkurses vorgenommen. 

Nachdem jede Schülerin und jeder Schüler schließlich einen Ballon erhalten hatte, gab Herr Klan das Startzeichen 

für das Fliegenlassen der Ballons.

Die Schüler haben die Luftballons mit kleinen Karten versehen, auf denen sie die zuvor im Unterricht aufgestellten 

antirassistische Botschaften notierten. Diese richteten sich unter anderem gegen Islamophobie, Antisemitismus, 

Altersdiskriminierung und Homophobie. Die Ballons dienten dabei als Transportmittel der Botschaften.





 Schule ohne Rassismus - so geht es weiter 


Letztes Jahr hat der Kurs Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage viel vollbracht, doch bei diesem Interview möchten wir euch vorstellen, was der Kurs dieses Jahr vor hat. Dafür haben wir mit H. Klan, dem Leiter des Kurses, gesprochen.

Was ist „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage genau?

Bei dem Projekt geht es darum, Ungerechtigkeiten in allen möglichen Formen zu verhindern. Das Projekt heißt so, weil Rassismus ein großes Thema in Schulen war, als es entstand. Mittlerweile wendet es sich gegen zahlreiche Formen der Diskriminierung, z.B. gegen Frauen, Homosexuelle, Behinderte usw. Schule ohne Rassismus ist das größte Schulnetzwerk Deutschlands. Insgesamt nehmen ca. 2500 Schulen an dem Projekt teil.

Wofür ist das Projekt gut?

Das Projekt bietet Schülern an, das Schulklima aktiv mitzugestalten, indem sie sich gegen Diskriminierung wenden.

Was haben Sie letztes Jahr alles erreicht?

Wir haben letztes Jahr feierlich eine Plakette übergeben bekommen. Um die Plakette zu bekommen, müssen mindestens 70% der Menschen, die an der Schule arbeiten und lernen, ihre Unterschrift abgeben. Damit Stimmen sie zu, dass sie gegen Rassismus sind und sie sich auch gerecht benehmen. Unser neues Mensateam hat auch abgestimmt.

Warum nimmt unsere Schule an diesem Projekt teil?

Wir dachten uns, viele im Umkreis haben diesen Titel und es wurde Zeit, dass auch wir Teil dieses Netzwerkes sind.

Was wird dieses Jahr genau gemacht?

Wir wollen ca. 200-300 Luftballons mit Helium befüllen und von den Schülerinnen und Schülern dieser Schule in die Luft steigen lassen. An jeden Luftballon soll ein Zettel gehängt werden mit einer Botschaft für Toleranz und gegen Rassismus. Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen diese Botschaften in die Hände bekommen und uns vielleicht sogar zurückschreiben.

Wer ist unser Pate oder haben wir mehrere? Und was macht er bzw. sie?

Wir haben zwei Paten, einmal den Bürgermeister von Löhne Bernd Poggemöller und der Rennfahrer Pierre Kaffer.

Wer hat sich die Paten ausgesucht?

Die Schüler aus dem Sozialkurs des letzten Jahres (2016) haben sich die Paten ausgesucht.





        

Das Interview mit den Gründern des Sozialkurses 
"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Herrn Spielmans und Herrn Klan, zwei Lehrer an der GRS, leiten das Projekt Schule ohne Rassismus. Luisa und Erik befragten sie zu den Inhalten und Zielen.

Wie sind Sie darauf gekommen, das Projekt zu starten?

Dieses Projekt gibt es schon seit Mitte der 90er. Wir gehörten zu den wenigen Schulen im Kreis Herford, die noch nicht Mitglied waren.

Was ist Schule ohne Rassismus genau?

Das ist ein Projekt, bei dem es darum geht, Ungerechtigkeit an Schulen zu verhindern, und zwar in allen möglichen Formen. Das Projekt heißt Schule ohne Rassismus, weil Rassismus zur Entstehungszeit des Projektes ein großes Problem in Schulen in ganz Deutschland war. Mittlerweile wendet es sich auch gegen andere Formen von Diskriminierung z.B. gegenüber Behinderten, Frauen, Homosexuellen und so weiter.

War es schwierig, das Projekt umzusetzen?

Wir sind noch dabei, aber es ist schwierig, da man auf dem Weg viel zu tun hat. Wir haben aber die Unterstützung vom Großteil der Schüler und Lehrer.

Was ist Ihre Zielsetzung?

Im Grunde möchten wir verhindern, dass an dieser Schule jemand ungerecht behandelt oder gemobbt wird auf Grund seines Glauben, seiner Herkunft, seines Aussehens usw.

Fällt Ihnen öfters Rassismus an dieser Schule auf? 

Wir glauben, dass an dieser Schule Rassismus nicht vorkommt und möchten mit dem Projekt erreichen, dass das auch so bleibt.

Zu was verpflichtet sich die Schule?

Die Schule verpflichtet sich dazu, nicht wegzusehen, sondern Probleme zu lösen, wenn sie sie entdecken.

Sie haben ja die Unterschriften der Schüler gesammelt. Konnten Sie diese schon nutzen?

Die Unterschriften brauchten wir, um Mitglied dieses Projektes zu werden. Man darf nur teilnehmen, wenn 70% der Schüler und Lehrer unterschrieben haben. Diese Zahl haben wir bei weitem erreicht.

Wie gehen Sie mit diesem Thema im Unterricht um?

Ganz normal, indem man Dinge erklärt. Wir unterrichten beide Geschichte, Religion und Philosophie und damit ist Rassismus ein Thema, das immer wieder im Unterricht vorkommt. Wissen, Bildung und Aufklärung helfen am besten, bei diesem Thema.